DIALOG der SCHRIFT - lesen & sehen

Ein Symposium der Muthesius Kunsthochschule
07. Juni - 10. Juni 2007
Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek
Sartori & Berger-Speicher, Kiel
»Wenn ich zum ersten Mal in eine fremde Stadt komme (...), werde ich begleitet, empfangen, verfolgt von Text.«

(Michel Butor)


Vom 7. bis zum 10. Juni fanden die ersten Kieler Tage für Typografie statt. Vorträge, Diskussionen, Lesungen, Filmabend und Workshops behandelten über drei Tage, die aktuelle Bedeutung von Schrift in unserer bildgeprägten Zeit. Zusätzlich zeigte das Lehrgebiet für Typografie und Gestaltung Arbeiten von Ehemaligen und Jetzigen.
 
ULTRAZINNOBER 5 - DIALOG der SCHRIFT
Das Magazin Ultrazinnober 5 begleitete täglich das dreitägige typografische Symposium Dialog der Schrift. Die drei Ausgaben des Magazins widmeten sich jeweils einem der drei Themenschwerpunkte des Events und dokumentieren die aktuelle Rolle der Schrift.
 

Bestellung über die Presseabteilung der Muthesius Kunsthochschule Kiel. presse@muthesius.de.

Preis incl. Porto 5 Euro.

MOTIVATION

Schrift ist auch im Zeitalter elektronischer Medien der wichtigste Informationsträger, doch sie befindet sich im Wandel. Durch ihre Digitalisierung und neu entstehende Form-, Material-, und Darstellungsmöglichkeiten trägt sie nun entgrenzt zur Deutung und Bedeutung ihres Inhalts bei.
Bei unserem »Dialog der Schrift« suchen WissenschaftlerInnen, GestalterInnen, KünstlerInnen und Studierende ein Gespräch über den heutigen Stellenwert der Schrift.
Zu Beginn soll die Aufmerksamkeit auf den mit Aufschriften übersäten öffentlichen Raum gelenkt werden, dessen Wörter uns täglich leiten oder verführen. Der zweite Tag behandelt die Entwicklung der Schrift von der Horizontalen in die Vertikale und ihre daraus wieder hervortretende Bildlichkeit.
Abschließend werden anhand von studentischen Arbeiten und den Workshopergebnissen neue Ansätze der Schrift vorgestellt.
Ziel der ersten Kieler Tage für Typografie ist es, einen Blick auf die Art und Weise der vielfältigen Erscheinungen von Schrift zu werfen, um durch ein erneuertes Verständnis weitere Wege andenken zu können.
 

 

Programm (freier Eintritt)

  DONNERSTAG, 07.Juni 2007
 
10.00h WORKSHOP »I type my voice«
mit Fliegende Teilchen
 
19.00h BEGRÜSSUNG durch Dr. Jens Ahlers
(Landesbibliothek)

ERÖFFNUNG der Ausstellung
»Bewegung der Schrift«;
es sprechen Prof. Klaus Detjen und
Prof.in Dr. Petra Maria Meyer
 
Eröffnungsfeier in der Astor Bar
 
FREITAG, 08.Juni 2007
 
10.00h WORKSHOP »I type my voice«
mit Fliegende Teilchen
 
12.00h CAFÉ
 
14.00h UWE LOESCH
VORTRAG »Wer nicht lesen will,
braucht auch keine Brille«
 
15.30h ALBERT-JAN POOL
VORTRAG »DIN 1451: die inoffizielle Hausschrift Deutschlands?«
 
17.00h ANDREAS UEBELE
VORTRAG »Verführen statt Führen«
 
18.30h RETO PAUL GRIMM
VORTRAG »Schiffschrift/ eine Typologie
von Schrift an Schiffen«
 
20.00h VERA VON REIBNITZ TRIO
feinster Jazz
 
24.00h PARTY zu Gast bei »Café Schwarz«
Aula (Legienstraße)  
SAMSTAG, 09.Juni 2007
 
10.00h WORKSHOP »I type my voice«
mit Fliegende Teilchen
 
12.00h CAFÉ
 
14.00h AGNÉS LAUBE
VORTRAG »Pixeluniversum«
 
15.30h KLAUS PETER DENCKER
VORTRAG »Von der konkreten zur
visuellen Poesie mit Blick in die
elektronische Zukunft«
 
17.00h KLAUS DETJEN
VORTRAG »Von den Wörtern und ihren Bildern. Zum Paradigma der Modern
 
18.30h LUDGER GERDES
VORTRAG »Schriftstücke«
 
22.00h ASSEMBLE ART
Lesung und Poetry Slam mit visueller Unterstützung des Zentrum für Medien/Muthesius Kunsthochschule
 
SONNTAG, 10.Juni 2007
 
12.00h CAFÉ
 
14.00h KLASSE für TYPOGRAFIE
»Schrift für Fortschreitende«
Präsentation des Semesterprojekts
 
16.00h ANNETTE STAHMER, ANDRÉ HEERS (FT)
VORTRAG »Körper/Schrift/Körper« Präsentation der Workshopergebnisse
»I type my voice«
 
18.15h STEFANIE BÄUCHLER
VORTRAG »Vom Alphabet und Schreibgerät«
 
20.00h ABSCHLUSSESSEN
 
22.00h KINO (open air)
»The pillow book« von Peter Greenaway, GB 1995. Einleitung durch Prof. Dr. Norbert M. Schmitz
 
Programm herunterladen (Änderungen vorbehalten)
 

 

Workshop

»I type my voice« mit Fliegende Teilchen

Der Workshop thematisiert die Beziehung von Sprache und Körper. Dabei sollen Stimme und Handschrift der Teilnehmer als Ausgangsmaterial dienen. Diese persönlichen, unverwechselbaren, Klänge und Formen werden von dem Körper »getrennt«, aufgezeichnet, fragmentiert und digitalisiert. Die sprachlichen Bruchstücke werden neu zusammen gefügt und es entsteht eine Schrift, die »körpereigen« und doch dem Körper entfremdet ist.
 
 

SEMESTERPROJEKT

»Schrift für Fortschreitende« mit Albert-Jan Pool. Das lateinische Alphabet gibt es seit über zweieinhalbtausend Jahren. Es entstand aus den einfachen Mitteln, die damals zum Reproduzieren von Schriftzeichen zur Verfügung standen. Seitdem haben wir uns an dieses Schriftsystem angepasst - Druckformen und Displays ordnen sich ihm unter. Mit Recht stellt der Kurs folgende Fragen: Warum sieht eine Schrift am Monitor auch noch heute so aus, als hätte sie jemand in Stein gemeißelt? Wie sähe eine Schrift aus, die mit heutigen Mitteln zur Produktion erfunden wäre? Bleibt das Alphabet statisch oder sollte es sich zu flexiblen Mustern bewegen? Erkennt man Buchstaben von allen Seiten? Die typografische Tradition hält selbstverständlich eine Vielzahl von Antworten auf diese Fragen bereit. Sie erkennt aber ebenso, dass sie in einem ständigen Dialog mit Kunst, Technologie und gesellschaftlicher Entwicklung steht. Es gilt, also diese Fragen zu erörtern, sowie die Möglichkeiten und Grenzen zu erforschen. Wir wollen unsere eigene Antworten finden, wie die Fragen der zeitgemäßen Schriftgestaltung adäquat gelöst werden können.
Ort: Raum C23
Zeit: Freitags 13.00 bis 16.00 Uhr
 

 

Ausstellung "Bewegung der Schrift"

Das Lehrgebiet Typografie und Gestaltung plant und richtet eine Ausstellung ein, die auf zwei Ebenen wahrzunehmen und zu erleben ist. Die erste Ebene ist die der Typografien, Prints und Buchobjekte, die als Anschauungsstücke präsentiert werden. Es sind in einer ersten Abteilung Arbeiten, die in den Seminaren, Projekten und Diplomen entstanden sind und als Qualität des aktuellen typografischen und grafischen Schaffens zu sehen sind. Eine zweite Abteilung der ersten Ebene sind Drucksachen, Bücher und Kataloge, die in diesem Lehrgebiet für die Muthesius Kunsthochschule und andere Auftraggeber, vorwiegend aus dem Kulturbereich, entstanden sind. Hinzu treten Arbeiten des lehrenden Dozenten, um damit Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zwischen Lehrer und Schülern zu dokumentieren.
Die zweite Ebene der Ausstellung, als Intervention zu verstehen, soll eine Betonung des Räumlichen vermitteln, das heißt, dass direkt am Ort parallel zu den obigen Objekten Visualisierungen geschaffen werden, die den Ausstellungsort betonen und als Verräumlichung von Sprache, Zeichen und Schrift zu lesen sind.

Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek
Sartori & Berger-Speicher,
Wall 47/51, 24103 Kiel

Di - Fr 10-13 Uhr, 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr
08. Juni 2007 bis 21. Juni 2007

Prof. Klaus Detjen der Muthesius Kunsthochschule, in Zusammenarbeit mit
Dr. Silke Krohn, Prof. Manfred Schulz und Studierenden des Kommunikationsdesign.
In enger Kooperation mit ›DIALOG der SCHRIFT‹
Eröffnung am 07.Juni 2007,19.00 Uhr.
 

 

Referenten

STEFANIE BÄUCHLER

Absolventin des Studiengangs Kommunikations-
design an der Muthesius Kunsthochschule.
Diplom im Januar 2007, Klasse für Typografie.
 
KLAUS PETER DENCKER

geboren 1941 in Lübeck-Travemünde, Studium der deutschen Literaturwissenschaft, Japanologie und Philosophie an der Universität Hamburg bis 1965. Assistent und Lehrbeauftragter an der Universität Erlangen-Nürnberg für deutsche Literaturwissenschaft und Film- und Fernsehkunde bis 1974.Freier Autor und Filmemacher bis 1975. Beim SR/Fernsehen im Bereich Kultur, 1. Redakteur und Filmemacher bis 1985. Lehrbeauftragter an den Universitäten Saarbrücken und Trier seit 1981. Professur im Fach »Medientheorie und Medienpraxis« an der Universität Trier seit 1985. Mitarbeiter der Kulturbehörde Hamburg 1985 bis 2002.
 
KLAUS DETJEN

geboren 1943 in Breslau, Buchgestalter und Typograph, Professur an der Muthesius Kunsthochschule für Gestaltung und Typografie, lebt in Holm bei Wedel/Hamburg.
 
FLIEGENDE TEILCHEN

das Gestaltungsbüro arbeitet in den Bereichen Bildung, Kultur und Forschung für internationale Firmen und Institutionen wie den Deutschen Bundesrat, Greenpeace, Büchergilde Gutenberg oder F. A. Brockhaus. Sie experimentieren im Bereich der visuellen Kommunikation und geben Workshops im In- und Ausland.
 
RETO PAUL GRIMM

geboren 1968 in Solothurn (CH), Ausbildung als Bauzeichner, Vorkurs Schule für Gestaltung Biel und Studium an der Höheren Fachschule für Gestaltung Basel, Abteilung Visuelle Kommunikation. In den Jahren der Berufstätigkeit betreute er als Designer und Berater viele große Marken im nationalen und internationalen Umfeld. Zuletzt war er als Unitleiter bei Interbrand Zintzmeyer & Lux verantwortlich für den Bereich Corporate Identity am Standort Hamburg. Zusätzlich unterrichtete er an der FH Hildesheim in der Fakultät Gestaltung. Reto Paul Grimm ist selbständig. Sein gleichnamiges Unternehmen in Hamburg entwickelt und prägt Marken mit einem ganzheitlichen Verständnis. Er ist Mitglied der SGD Swiss Graphic Designers.

LUDGER GERDES

geboren 1954 in Lastrup bei Lindern, studierte er von 1975 bis 1977 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Lothar Baumgarten und Timm Ulrichs, von 1977 bis 1982 bei Gerhard Richter. 1986 erhielt er den Förderpreis des Kulturkreises im BDI, 1994 den Sprengel Preis für bildende Kunst, Hannover. Ludger Gerdes lebt und arbeitet in Düsseldorf und München und ist Professor für Malerei an der Muthesius Kunsthochschule.
 
AGNÈS LAUBE

geboren 1964, Studium in der Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung Zürich, seit 1991 eigenes Atelier.
Beschäftigung mit visueller Kommunikation im öffentlichen Raum seit 1998, Arbeiten an der
Schnittstelle zwischen Grafik und Architektur. Seit 2002 Tätigkeit als Kommunikationsberaterin und Konzepterin für kulturelle, soziale und öffentliche Institutionen. Publikationen zu Vermittlungs- und Wahrnehmungsfragen, Diplomexpertin an der HGK Luzern.
 
UWE LOESCH

geboren 1943 in Dresden. Studium und Studio in Düsseldorf. Seine Arbeiten befinden sich in bedeutenden Museen und Sammlungen, wie dem Museum of Modern Art New York, der Bibliothèque Nationale Paris und der Kulturbibliothek der Staatlichen Museen Preussischer Kulturbesitz, Berlin. In mehr als 30 Einzelausstellungen waren seine Plakate weltweit zu sehen, zuletzt in der Galerie Anatome Paris, der ggg Ginza Graphic Gallery Tokyo, der Kunsthalle Weimar und dem Ruhrlandmuseum Essen.

Zahlreiche Auszeichnungen, zum Beispiel: 1983 und 2001 Grand Prix der Internationalen Plakatbiennale Lathi, Finnland, 1987 und 1990 ICOGRADA Ecxellence Award, 1994 Goldmedaille des ADC of Europe, 1995 Grand Prix »red dot award: communication design«, 2006 Goldmedaille der Internationalen Plakatbiennale Warschau und 1. Preis des »Five Stars Designer's Bankett« der International Invitational Poster Biennial, Osaka sowie 25 Awards for Typographic Excellence des TDC New York seit 1988.

Uwe Loesch ist Mitglied der AGI Alliance Graphique Internationale, des ADC für Deutschland und des TDC New York, Gründungsmitglied Forum Typografie. 1990 wird er zum Professor für Kommunikationsdesign an die Bergische Universität Wuppertal berufen.
 
ALBERT JAN POOL

1960 geboren in Amsterdam, lebt seit 1987 in Hamburg. Selbständiger Grafikdesigner, Typograf, Schriftgestalter.
Nach seinem Studium an der Königlichen Akademie in Den Haag (NL) war er Type-Director bei Scangraphic und URW. Zu seinen ersten Projekten zählte der mehrfach preisgekrönte Hamburger Satzspiegel. Auf Anregung von Erik Spiekermann gestaltete er die FF OCR-F und die FF DIN, eine der erfolgreichsten Schriften bei FontShop. Er unterrichtet Schriftgestaltung an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel und Typografie an der Hanseatische Akademie für Marketing + Medien in Hamburg. Unter der Firmierung Dutch Design betreut Albert Jan Pool verschiedene Firmen, Agenturen und Verlage.
 
ANDREAS UEBELE

geboren 1960, Studium Architektur und Städtebau an der Universität Stuttgart und Freie Grafik an der Kunstakademie Stuttgart. Seit 1996 eigenes Büro für visuelle Kommunikation in Stuttgart und seit 1998 Professor für visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Düsseldorf. Mitglied des ADC Deutschland, des ADC New York, des TDC New York, sowie im Rat für Formgebung.
 

 

Anfahrt

Sartori & Berger

Wall 47/51
24103 Kiel
Haltestelle Bootshafen

Linien 32/33, 41/42, 61/62

lade Grafik Anfahrt

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Impressum

KONZEPT
Kenan Darwich, Jens. A. Ewald, Nils Küppers,
René Siegfried, Prof. Klaus Detjen und Prof.in Dr. Petra Maria Meyer; INTERNET Martin Sperling


ORGANISATION, GRAFIK UND UMSETZUNG
Kenan Darwich, Nils Küppers, René Siegfried


KONTAKT

DIALOG der SCHRIFT
Muthesius Kunsthochschule
Lorentzendamm 6-8
D-24103 Kiel
Tel +49 (0) 431-51 98-470
Fax +49 (0) 431-51 98-408

info@dialogderschrift.de
 
 

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